Fellwechsel beim Hund im Herbst: So unterstützen Sie Ihren Vierbeiner richtig

Ein fluffiger weißer Samojede wird in einem warm ausgeleuchteten Hundesalon liebevoll gebürstet

Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, beginnt für unsere Hunde eine energetisch anspruchsvolle Phase: der Fellwechsel im Herbst. Während Hunde im Frühjahr ihr dichtes Winterfell abwerfen, bereiten sie sich ab Spätsommer (ca. August bis Oktober) darauf vor, ein wärmendes, dichtes Haarkleid aufzubauen.

Als zertifizierte Hundefriseurin in Mannswörth erlebe ich jedes Jahr, dass dieser Wechsel viele Hundebesitzer vor Herausforderungen stellt. Lose Haare in der Wohnung sind das eine – doch verfilzte Unterwolle und juckende Haut beim Hund das weitaus größere Problem. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Vierbeiner in dieser Übergangszeit optimal pflegen.

Herbst- vs. Frühjahrs-Fellwechsel Der Fellwechsel im Herbst unterscheidet sich biologisch stark vom Frühjahr. Der Hund wirft nicht nur sein leichtes Sommerfell ab, sondern produziert aktiv eine feine, dichte Wollschicht (die Unterwolle). Dieser Prozess wird durch Tageslicht und Temperatur gesteuert und dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen.

Warum die Pflege im Herbst so wichtig ist

Wenn das Sommerfell ausfällt, bleibt ein Teil der losen Haare im Fell hängen. Wird diese lose Wolle nicht regelmäßig ausgebürstet, passiert Folgendes:

  • Verfilzungen: Die losen Haare verbinden sich mit dem nachwachsenden Unterhaar und bilden schmerzhafte Filzmatten nahe an der Haut.
  • Mangelnde Luftzirkulation: Unter dem Filz staut sich Feuchtigkeit. Das ist ein idealer Nährboden für Hautpilze, Bakterien und Ekzeme (sogenannte „Hot Spots“).
  • Wärmeverlust: Nur ein luftiges, knotenfreies Fell kann eine isolierende Luftschicht einschließen, die den Hund im Winter warm hält.

Die richtige Bürstentechnik für jeden Felltyp

Jede Rasse benötigt im Herbst eine andere Pflege-Strategie. Hier sind die wichtigsten Empfehlungen:

1. Hunde mit viel Unterwolle (z.B. Golden Retriever, Husky, Schäferhund)

Diese Rassen haaren im Herbst extrem. Hier müssen Sie die lose Unterwolle gezielt entfernen. Nutzen Sie einen Unterwoll-Rechen (Undercoat-Rake) oder einen speziellen Striegel. Bürsten Sie schichtweise von unten nach oben. Vermeiden Sie zu starken Druck, um die Haut nicht zu verletzen.

2. Langhaarige Rassen & Locken (z.B. Malteser, Pudel, Goldendoodle)

Da diese Hunde kaum oder gar nicht haaren, wächst das Fell einfach weiter. Die Gefahr von Verfilzungen ist hier extrem hoch, da nasses Herbstwetter und Laub im Fell hängen bleiben. Täglich mit einer Zupfbürste und anschließend einem Metallkamm bis auf die Haut kontrollieren.

3. Kurzhaarige Hunde (z.B. Labrador, Boxer, Mops)

Auch Kurzhaarhunde haaren im Herbst. Hier hilft ein Gummistriegel oder eine weiche Bürste. Das massiert gleichzeitig die Haut, fördert die Durchblutung und regt das gesunde Wachstum des neuen Winterfells an.

Wann hilft der Gang zum Hundefriseur?

Manchmal stößt die Heimpflege an ihre Grenzen – besonders bei dichtem Unterfell oder beginnenden Verfilzungen. Im Nono Hundesalon unterstützen wir Ihren Liebling mit professionellen Methoden:

  • Professional Carding (De-Shedding): Mit speziellen Werkzeugen holen wir die festsitzende, tote Unterwolle heraus, ohne das Deckhaar zu beschädigen.
  • Warmbad & Föhn-Technik: Ein warmes Bad mit rückfettendem Shampoo lockert die festsitzende Wolle. Unser professioneller Blower (Hundeföhn) pustet die gelösten Haare anschließend sanft und effektiv aus dem Fell.
  • Hautberuhigung: Bei gereizter Haut während des Fellwechsels wirkt unser Algen-basiertes Thalasso Spa Bad Wunder – es mineralisiert die Haut und lindert Juckreiz.

Ernährungstipps zur Unterstützung des Fellwechsels

Die Produktion von Millionen neuer Haare ist ein Kraftakt für den Hundekörper. Sie können den Prozess von innen unterstützen:

  1. Hochwertige Öle: Fügen Sie dem Futter Lachsöl, Leinöl oder Nachtkerzenöl hinzu. Die enthaltenen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren stärken die Hautbarriere.
  2. Zink und Biotin: Diese Nährstoffe sind essenziell für die Keratinbildung (den Hauptbestandteil von Haaren).
  3. Ausreichend Protein: Da Haare fast vollständig aus Eiweiß bestehen, ist eine fleischreiche, hochwertige Ernährung im Herbst besonders wichtig.

👉 Weiterlesen: Unsere Pflegeleistungen im Überblick – Von der Unterwoll-Entfernung bis zur Krallenpflege.

Kata Szokoli

Über die Autorin: Kata Szokoli

Zertifizierte Hundefriseurin und Gründerin des Nono Hundesalons in Mannswörth bei Schwechat. Kata betreut Hunde aller Rassen mit einem besonderen Fokus auf stressfreie Einzelsitzungen.

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