Pfotenpflege beim Hund im Herbst: Schutz vor Matsch, Nässe und Herbstgrasmilben

Eine Nahaufnahme von gesunden Hundepfoten, die von einer Hundefriseurin sanft kontrolliert werden

Nasse Wiesen, schlammige Waldwege und sinkende Temperaturen – der Herbst lädt zu wunderschönen Spaziergängen ein. Doch für die Pfoten unserer Hunde ist diese Jahreszeit eine echte Belastungsprobe. Neben Nässe und Schmutz lauert im Spätsommer und Herbst eine oft übersehene Gefahr in Österreichs Wiesen: die Herbstgrasmilbe.

Als zertifizierte Hundefriseurin in Mannswörth sehe ich im Herbst regelmäßig Hunde, die sich die Pfoten wund lecken oder unter schmerzhaften Entzündungen zwischen den Ballen leiden. Mit der richtigen Pfotenpflege lassen sich diese Probleme leicht vermeiden. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es jetzt ankommt.

Die größte Herbstgefahr: Herbstgrasmilben Von August bis Oktober sind die Larven der Herbstgrasmilbe (Neotrombicula autumnalis) im hohen Gras aktiv. Sie kriechen auf den Hund – besonders in die Zehenzwischenräume und an den Bauch – und verursachen durch ihren Speichel einen extremen, tagelang anhaltenden Juckreiz. Der Hund leckt und knabbert an den Pfoten, was schnell zu blutigen Entzündungen führt.

1. Schutz vor Herbstgrasmilben: Was hilft wirklich?

Wenn Ihr Hund nach dem Spaziergang anfängt, sich exzessiv an den Pfoten zu lecken, stecken oft Herbstgrasmilben dahinter. Die Larven sind winzig klein und leuchtend orange-rot. So schützen Sie Ihren Hund:

  • Pfoten abduschen: Waschen Sie die Pfoten (und den Bauch) Ihres Hundes nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab. Dadurch werden die noch nicht festgebissenen Larven einfach weggespült.
  • Kernseife oder mildes Shampoo: Verwenden Sie bei starkem Befall milde Kernseife oder ein spezielles Hundeshampoo. Das lindert den Juckreiz und wäscht die Parasiten aus.
  • Hohes Gras meiden: Lassen Sie Ihren Hund in den Spitzenzeiten (Spätsommer-Nachmittage) möglichst nicht durch ungemähte Wiesen laufen.

2. Pfoten-Hygiene an nassen Tagen

Ständige Feuchtigkeit weicht die Ballenhaut auf und macht sie anfällig für Risse und Infektionen. Feuchte Zehenzwischenräume sind außerdem der perfekte Nährboden für Hefepilze (Malassezien). Deshalb gilt im Herbst: Gründlich abtrocknen! Trocknen Sie die Pfoten nach dem Waschen immer sorgfältig ab – auch in den Zwischenräumen. Ein weiches Mikrofaserhandtuch eignet sich dafür besonders gut.

3. Fell kürzen zwischen den Ballen

Bei vielen Rassen (z.B. Spaniel, Golden Retriever, Pudel, Malteser) wächst das Fell zwischen den Ballen sehr lang. Im Herbst verfangen sich darin Matsch, kleine Kletten und feuchtes Laub. Das trocknet zu harten Klumpen, die bei jedem Schritt wie Steine drücken und Scheuerstellen verursachen.

Das Fell in den Zehenzwischenräumen sollte daher regelmäßig flach mit den Ballen gekürzt werden. Achtung: Verwenden Sie dafür niemals eine spitze Küchenschere! Die Verletzungsgefahr ist zu groß.

Im Nono Hundesalon gehört das fachgerechte Ausscheren der Zehenzwischenräume bei jedem Pflegetermin standardmäßig dazu. Wir nutzen dafür spezielle, sichere Schermaschinen mit extra feinen Scherköpfen.

4. Pfotenbalsam: Schutzfilm für sensible Ballen

Die Ballenhaut sollte elastisch und widerstandsfähig sein. Trockene, rissige Ballen schmerzen und sind empfindlich gegenüber Nässe und später auch Streusalz im Winter. Tragen Sie regelmäßig vor dem Spaziergang einen Pfotenschutz-Balsam auf (z.B. auf Basis von Bienenwachs, Hirschtalg oder Kokosöl). Dieser bildet einen wasserabweisenden Schutzfilm und pflegt die Haut weich.

Kata Szokoli

Über die Autorin: Kata Szokoli

Zertifizierte Hundefriseurin und Gründerin des Nono Hundesalons in Mannswörth bei Schwechat. Kata betreut Hunde aller Rassen mit einem besonderen Fokus auf stressfreie Einzelsitzungen.

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Wir schneiden das Fell zwischen den Zehen aus, kürzen die Krallen fachgerecht und pflegen die Ballen mit natürlichem Schutzbalsam.

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